Spionagesoftware in Praxisverwaltungssoftware

Albis (R), Turbomed u.a.

AKTUELL (8.7.2008):

Hier die NEUE Anleitung zum Entfernen:

Docportal hat jetzt ein EIGENES Unterverzeichnis (\\server\Albis\docportal). Kann man umbenennen / löschen, wenn ALLE Clients (!) komplett abgemeldet sind (am besten am Server (!) alle Verbindungen "kappen": Systemsteuerung / Verwaltung / Freigaben / Sitzungen / rechter Mausklick -> "Alle Sitzungen trennen"; VORSICHT: NICHT bei laufendem Betrieb, alle offenen Dateien werden einfach verworfen und können nicht mehr gespeichert werden!), und der Mist ist weg.

Meine Albis-Installation ist nun nur noch 2,4 GB (mit 3 Jahren Datenbestand) groß, nachdem ich 'ne ganze Menge Mist rausgeschmissen habe, und natürlich erheblich schneller (dickster Brocken ist eine völlig sinnlose "rabatte.dbf" im Unterverzeichnis \db\gl\, zusammen mit der Indexdatei ein VOLLES Gigabyte groß; muss man aber leeren, löschen alleine geht nicht.

Der Einfachheit halber habe ich eine "leere" Rabatte.dbf verlinkt; die ALTE Datei kann gelöscht werden, sicherheitshalber immer Sicherungskopie aufbewahren!

 

############################### ALTER BEITRAG von 2007:

Liebe Kollegen,

ich war zutiefst entsetzt, als ich Genaueres über das seit neuestem zwangsweise installierte, nicht abschaltbare Softwaremodul "DocPortal" erfuhr.
Lesen Sie selbst (externer Link, bei Turbomed: Seiten 32 ff): Das ist neu in TurboMed Quartal 2/2007

Diese angeblich innovative Informationssoftware (die Grundidee mag ja lobenswert sein) macht nichts anderes, als uns während der alltäglichen Patientenbehandlung LIVE und DETAILLIERT auszuspionieren, GEKOPPELT AN AKTUELLE Behandlungsdaten (Verschreibungen, persönliche Diagnosen, die eigene (Fach-)Arztgruppe, Überweisungen, Krankenhauseinweisungen usw.). Eine Verbindung zu Krankenkassen-"Angeboten" wird intern verknüpft...!!!

Abgesehen davon wird die tägliche Arbeit durch diesen ganzen Werbemüll (auf gut Neudeutsch: "SPAM") völlig überflüssigerweise brutal verlangsamt...!

Ein vorläufiges Ausschalten der Spionagesoftware kann (unter Inkaufnahme einer Fehlermeldung beim Programmstart von Albis) erfolgen, indem die verantwortliche Datei "docportal.dll" im Stammverzeichnis von Albis einfach umgenannt wird (bei mir z.B. "docportal-1.dll").
Weitere Hinweise z.B.: www.vondoczudoc.de

Eigene Versuche, ein Ersatzprogramm zu schreiben, schlugen leider wegen der Client-Server-Zugriffe fehl. Sie bestätigten aber den TIEFGEHENDEN SYSTEMEINGRIFF der Spionagesoftware, die mit ärztlicher Schweigepflicht VÖLLIG UNVEREINBAR ist.

Nur mal am Rande: es werden MINDESTENS INHALTLICH DETAILLIERT ausspioniert:
- Fachgruppe des behandelnden Arztes (!) (dann sind Name und KV-Nummer sicher auch kein Problem...!)
- Krankenkasse (!!!) des Patienten (warum nicht gleich eine online-Fragestunde mit dem Sachbearbeiter der KK, ob die Behandlung so auch genehm ist ?????)
- Dauer- und aktuelle Diagnosen (!) des aktuellen Patienten
- aktuelle Verschreibungen (!)
- aktuelle Überweisungen (!)
- aktuelle Krankenhauseinweisungen (!)

Diese Daten werden IM SYSTEM des HERSTELLERS abgespeichert:
- FOTO: MIT (hier natürlich anonymisierten) PATIENTENNAMEN, ICD-Code, Postleitzahl u.a. IM KLARTEXT !!!!!
- ARZTDATEN (Quelle:
--> FRAGE: HABEN ALLE DORT VERZEICHNETEN KOLLEGEN DER VERÖFFENTLICHUNG AUCH ZUGESTIMMT???

Wer selber mal nachschauen möchte: http://sqliteadmin.orbmu2k.de/

Die PROTOKOLLIERUNG lässt sich übrigens (im Gegensatz zu den "Informationsangeboten") NICHT ABSCHALTEN (-> FOTO), geschweige denn das Programm sauber und sicher deinstallieren (was passiert dann mit den gesammelten Daten?). Das heißt doch im Klartext, daß vertrauliche Daten usw. INTERN WEITERHIN GESAMMELT WERDEN, auch wenn ich das auf gar keinen Fall will...!

Die Grundidee des Programms halte ich ja nicht für völlig verkehrt.
Allerdings: unter Berücksichtigung der ärztlichen Schweigepflicht halte ich es für absolut untragbar, wenn irgendein Softwarehersteller, mit dem ich keinen Vertrag habe, höchst vertrauliche Arzt- und Patientendaten in seinem System speichert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie leicht es ist, daß ein solches System (heute oder in Zukunft) die gespeicherten Daten auf irgendein Entferntes meldet; dazu reicht ein Millisekunden langes Datensignal! Die Technologie ist simpel und überall vorhanden...

Rückmeldungen bei Bedarf an mich: schnitzler A T dialyne D O T de

 

 


Letzte Aktualisierung: 08.07.2008